SONDERAUSSTELLUNG 2005: DIE PFAHLBAUER
11.Juni - 27. November 05 in Asparn/Zaya


Die Ausstellung wurde vom Schweizer Landesmuseum in Zürich in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte der Universität Zürich und der Fachstelle für Unterwasserarchäologie der Stadt Zürich anlässlich 150 Jahre Pfahlbauforschung im Jahre 2004 gestaltet.

Als im Winter des Jahres 1854 am Zürichsee die erste Pfahlbausiedlung entdeckt wurde, war die archäologische Sensation perfekt. Gewaltige Pfahlfelder und große Mengen Zeugnisse des täglichen Lebens warfen mit einem Mal ein völlig neues Licht auf die Vergangenheit des prähistorischen Menschen. Nun kamen - unter Wasser vom Luftsauerstoff abgeschlossen und in erstaunlicher Frische konserviert - Haushaltsgegenstände, Geräte für Holzbearbeitung, Wald- und Landwirtschaft, Waffen, Jagd- und Fischereigerät, Schmuck und Kleidungsstücke zum Vorschein; fertige Produkte, Halbfabrikate und Bearbeitungsabfälle, die im Siedlungsalltag verloren gegangen, weggeworfen oder bei Brandkatastrophen untergegangen waren. Vor allem fanden sich in den Kulturschichten ganze Lagen von Kultur- und Sammelpflanzen sowie Knochen von Haus- und Wildtieren, die Einblicke in Nahrungsgewohnheiten und Wirtschaft der Siedler gewährten.

Gerade die Pfahlbauforschung bietet ein breites Feld der Zusammenarbeit zwischen Archäologen, Zoologen, Botanikern und Geowissenschaftlern, die mit ihren speziellen Fachrichtungen wie z. B. Pollenanalyse, Dendrochronologie, Sedimentologie oder Osteologie, um nur einige zu nennen völlig neue Wege beschreiten. Umwelt und Wirtschaft der Siedlungen können damit detailliert erforscht werden.

150 Einzelobjekte und Objektgruppen veranschaulichen die materielle Vielfalt der Pfahlbauvergangenheit. Die ungleiche Wertigkeit, die diesen Fundobjekten zugeschrieben wird, so finden wir neben einer in Gold gefassten Bernsteinperle und einem eleganten Bronzeschwert, auch Gegenstände des täglichen Lebens wie z. B. eine Hand voll Haselnüsse. Der Wert dieser urgeschichtlichen Vergangenheit liegt vielmehr in der Komplexität und der Mannigfaltigkeit der erhaltenen Zeugnisse. Ob es sich um Funde aus Metall, Holz, Knochen, Geweih, Pflanzenfasern oder Keramik handelt, ob es Küchengeräte, Speisereste, Spielzeuge oder Kultobjekte sind: Alle diese Materialien und Gegenstände spiegeln ein ungeheuer breit gefächertes Fundspektrum wider, das ihnen in der Archäologie eine herausragende Rolle einräumt und keineswegs eine Selbstverständlichkeit darstellt. Die zeitliche Stellung der Funde erstreckt sich von den ersten Seeufersiedlungen der Jungsteinzeit (ca. 4.300 v. Chr.) bis zu den letzten Dörfern der Spätbronzezeit (ca. 850 v. Chr.).


Hier sehen Sie einige ausgewählte Stücke